{"id":58,"date":"2020-06-09T18:01:43","date_gmt":"2020-06-09T18:01:43","guid":{"rendered":"https:\/\/web120.xps14.microserver.de\/schweden\/?p=58"},"modified":"2020-06-11T15:53:27","modified_gmt":"2020-06-11T15:53:27","slug":"auszeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.weltrundfahrt.de\/?p=58","title":{"rendered":"Auszeit"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Von Reike<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>So eine Reise in die Ferne ist auch immer eine Reise ins Ich. Ich wusste, dass ich nach den Anstrengungen der letzten Jahre nicht einfach einen Schalter umlegen konnte. Und dass uns gerade die ersten Tage unserer Reise ihre ganz eigene Art Anstrengung abverlangen w\u00fcrden. Ich freute mich auf diese Anstrengung bereits Monate im Voraus. Noch mehr vielleicht, als auf das Reisen selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir Deutschen lernen von Kindergarten an die Grundregeln der k\u00f6rperlichen Hygiene: Nach dem Pullern, vor dem Essen, H\u00e4ndewaschen nicht vergessen. Wir alle haben das wieder und wieder verinnerlicht. Aber die Grundregeln geistiger Hygiene lernen wir nicht. Weder im Kindergarten, noch in der Schule.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe w\u00e4hrend meiner Weltreise mit Anne 2007 unerwartet, und dann nochmals 2013 zwischen meiner bis dahin letzten Station als Arbeitnehmer und der Gr\u00fcndung eines eigenen Unternehmens, die Erfahrung gemacht, wie ungemein wertvoll so eine Auszeit-Reise sein kann. Und wie gest\u00e4rkt man aus ihr hervorgehen kann, wenn man das durch Wegfall der Arbeit entstehende Vakuum nicht sofort mit den allzuleicht verf\u00fcgbaren Ablenkungen in Social-Media-Aktivit\u00e4ten, Smartphone-Spielen und Sonstigem kontaminiert, sondern das fast schmerzhafte Pulsieren des Wenigtuns kurz aush\u00e4lt und sich dann den schwierigen Fragen widmet.<\/p>\n\n\n\n<p>So eine Reise gibt einem die M\u00f6glichkeit, innezuhalten und zu reflektieren. Bereits Jahre zur\u00fcck liegende Erfahrungen kann man endlich verdauen statt verdr\u00e4ngen, bestimmte Aspekte in eine h\u00f6here Bewusstseinsebene heben und aus ihnen lernen. So eine Reise gibt einem auch die M\u00f6glichkeit, sich sehr intensiv mit dem eigenen Verst\u00e4ndnis von Gl\u00fcck auseinanderzusetzen und die eigenen Erwartungen an die unmittelbare Zukunft zu rekalibrieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bedeutet Gl\u00fcck f\u00fcr mich das selbe, was es vor einigen Jahren bedeutete? Als ich noch keine Ehe, keine Kinder, keine Firma, hatte? Was bedeutet es heute f\u00fcr mich? Habe ich mich im Leben so eingerichtet, dass ich Gl\u00fcck empfinde? Sollte ich etwas \u00e4ndern &#8211; an \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden oder innerer Haltung? Was erwarte ich von mir, meinem Leben, in den kommenden 3, 5 oder 10 Jahren? Schwierige Fragen, die einen schwierigen Antwortprozess ansto\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein bisschen f\u00fchlt es sich an wie Saubermachen. Das alles tr\u00e4gt ungemein zur geistigen Hygiene und Gesundheit bei. Bedauerlicherweise findet es in unserem modernen hektischen always-on, high-performance-Leben keinen rechten Platz. Und so habe ich mir zumindest vorgenommen, alle ca. 3-5 Jahre so eine kleine Auszeit zu nehmen. Meine letzte ist rund 6 Jahre her, und damit bin ich l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Reike So eine Reise in die Ferne ist auch immer eine Reise ins Ich. Ich wusste, dass ich nach den Anstrengungen der letzten Jahre nicht einfach einen Schalter umlegen konnte. Und dass uns gerade die ersten Tage unserer Reise ihre ganz eigene Art Anstrengung abverlangen w\u00fcrden. 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